Im Jahre 1908 wurde dem Brückenplatz ein attraktiver
Uhrenkandelaber aufgestellt, der bald den Spitznamen "Schlanke Mathilde"
erhielt. "Schuld" daran soll die die Frau des damaligen Bürgermeister
gewesen sein, die alles andere als schlank war, heißt es. Wenn die
"Schlanke Mathilde" erzählen könnte!
So soll sie auch gesehen haben, wie ein Klavierspieler
durch das Fenster eines nahen Hotels vor ihre Füße geworfen wurde.
Der Hausmusikus soll ein "Krösken" mit der Frau des Hoteliers gehabt
haben, was dem Ehemann verständlicherweise nicht behagte. Politische
Folgen, wie nach dem Prager Fenstersturz, hatte der Hörder Fenstersturz
nachweislich nicht.
Die Mathilde entwickelte sich nicht nur zum beliebten
Treffpunkt für Liebespaare, auch sonst verabredeten sich die Hörder
fast ausschließlich zu ihren Füssen.
Dann stand das Wahrzeichen der Streckenführung der
Straßenbahn im Wege. Statt den Liebling der Bürger an eine andere
Stelle zu setzen, wählte man 1930 die bewährte Methode des Abbruchs,
der hier mittels Schneidbrennern erfolgte.